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Oder-Neiße-Radweg, 23. Etappe:

Von Ueckermünde nach Anklam – Leere Landschaft

himmelweitDer Weg hinter Ueckermünde hat zwei Gesichter: der landeinwärts gerichtete Wegesrand zeigt auf Felder oder hochgewachsene Kiefernwälder, der rechtsseitige jedoch auf breite Wiesen, hinter denen das Schilf am Ufer des Oderhaffs aufragt.

Gelegentlich kann man dort auch einen Blick aufs Wasser erhaschen. Meist hat der Wind die Wasserfläche aufgekräuselt. Mit der Oder, die nun schon eine Tagesstrecke zurückliegt, hat dieser Anblick nichts mehr zu tun. Der Fluss ist zum Meer geworden.

Alte Geister

Später, der Weg hat bereits wieder Abstand zum Haff gewonnen und die Zeltplätze sind seltener geworden, säumen Wiesen und Viehweiden den Weg. Für eine ausgeprägte Ackerwirtschaft sind die umliegenden Böden zu feucht. Das Flora wird von einer ausgreifenden Moorlandschaft geprägt. Aus morastigen Flächen ragen vereinzelte Baumstümpfe auf, die wie alte Geister stumm in der Landschaft stehen.

Fliegen

Ansonsten wirkt die Landschaft wie ausgeräumt. Die Räder klappern über eine Bahn aus Holzbohlen, die auf Pfählen über den Grund gespannt ist. Der Radweg scheint wie eine lange Brücke, die etwas Luft zwischen den Reifen und dem unwegsamen Terrain lässt, in dem die Räder ohne diesen minimalen Abstand versinken würden. Das Erlebnis, auf dem Sattel leicht erhöht über diese unwirtliche Gegend zu fliegen, wirkt seltsam erhaben, und das umliegende Naturschauspiel liefert dazu eine phantastische Ansicht.

Das Alter einer Stadt

Eingebettet zwischen Wiesen taucht eine Stadt am Horizont auf. Es ist Anklam. Der Radweg erreicht sie über einen kleinen Weg, der unvermittelt ins Zentrum führt. Auf den ersten Blick ist klar, Anklam ist keine große aber eine alte Stadt. Von der alten Bausubstanz ist nicht viel geblieben. Vielmehr tauchen zwischen sanierten Nachkriegsbetonbauten und modernen Häusern nur Reste des früheren Anklams auf; doch die sprechen Bände über das Alter der Stadt.

Am Peenestrom

Wegen der Anbindung an den Peenestrom einst wirtschaftlich bedeutend, ist der Kleinstadt heute nur der Straßenverkehr geblieben. Eine Menge Blech schiebt sich in unmittelbarer Nähe zum Stadtkern der Peenebrücke entgegen. Auch der Radweg macht keine großen Schlenker und versammelt am Stadtausgang die motivierten Radfahrergruppen, die sich nun nach der Ostseeinsel sehnen. Noch einmal tief durchatmen, die Luft anhalten und dann entlang der Autotrasse raus aus dem Hexenkessel.

Hinweis: Die Holzbohlenpfade und Sandwege gibt es nicht mehr. Die entsprechenden Strecken sind heute asphaltiert oder wurden durch andere Maßnahmen so optimiert, dass sie nun jeder Langstreckentourer trotz Gepäck auch bei höherer Geschwindigkeit genießen kann.

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Zur 1. Etappe

Allgemeine Streckeninfos

Die passende Radwanderkarte zum Oder-Neiße-Radweg gibt es hier.
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