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Roadreport: Der Schwarze-Elster-Radweg

Ein Weg durch die Lausitzen

lausitzer_berglandAuch wenn der Schwarze-Elster-Radweg zu den Routen des Lausitzer Radwegenetzes gehört, so beginnt er doch ganz woanders. Gemeinsam mit einem kleinen Bach entspringt er der Region südlich von Kamenz. Und bereits dort ist er ausgeschildert bis in den letzten Winkel des Lausitzer Berglandes. Schon zu Beginn des Weges gewinnt der Radwanderer so die angenehme Gewissheit: entlang des Schwarze-Elster-Radweges wird für Radfahrer gesorgt.

Ein Flussradweg

Die Schwarze Elster ist ganz entgegen der Natur ihres Namens ein Fluss. Elster steht hier nicht für einen Rabenvogel – auch wenn das Logo zum Radweg eben genau das suggeriert -, sondern für so etwas wie die Fließende oder Eilende. Dementsprechend handelt es sich beim Schwarze-Elster-Radweg auch um einen Flussradweg. Die Schwarze Elster ist zwar ein kleiner Fluss, der jedoch immerhin durch drei Bundesländer – Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt – führt.

Sicher durch die wilde Landschaft

Und doch ist Fluss und Radweg vergleichsweise unbekannt. Doch als dieser wenig bekannte Radweg spielt er seine ganzen Stärken landschaftlich und mit einer zuverlässigen Beschilderung aus. Es ist zwar bisher nicht viel über ihn publiziert und es gibt kein sonderlich ausgebautes Informationsangebot, aber die Schilder leiten den Radwanderer sicher durch eine wilde Landschaft. Das beginnt – oder je nachdem kann es dort auch enden – bereits an der Quelle. Die Empfehlung auf dem Schild vor den letzten 900 Metern zur Quelle, zu schieben, steht dort nicht ohne Grund. Anders als die letzten Meter Spree-Radweg zur Spreequelle, die auch im Lausitzer Bergland entspringt, geht es hier wirklich ans Eingemachte, mit Geröll, Schlamm usw. Auf den letzten 100 Metern tut man dann auch gut daran, dass Fahrrad stehen zu lassen. Aber dafür wird man mit einer urtümlichen Bergwelt belohnt.

Der Unterschied

Das Lausitzer Bergland begleitet den Radweg dann auch noch über einige Kilometer. Aber bereits hinter Kamenz wird aus wilder Landschaft immer mehr Kulturlandschaft und auch die Anstiege lassen deutlich nach. Die wilden Auswüchse des Lausitzer Berglandes hallen hier nur noch als eine ferne Erinnerung nach. Es ist der Unterschied zwischen Ober- und Niederlausitz. Beide Lausitzen haben landschaftlich nicht viel miteinander gemeinsam. Die Oberlausitz ist vielmehr eine politische Konstruktion, die Mitte des letzten Jahrtausends ihren Weg ins geografische Gedächtnis gefunden hat. Die echte Lausitz liegt tiefer. Sie bezeichnet nach slawischer Wortverwendung ursprünglich einen Sumpf.

Alles neu

Mit Hoyerswerda erreicht der Schwarze-Elster-Radweg dann endgültig das Niederlausitzer Tiefland mit seinen neuen Seen – ein ganz neues Kapitel Lausitzer Kultur. Die alte ursprüngliche Lausitz ist hier zu großen Teilen umgegraben, begraben, für braune Kohle, die als fette Wolken in den weiten Himmel über der Lausitz aufsteigen. Darunter, an der zutage geförderten Erdoberfläche glänzen nun neue Strände, neue Orte, neue Wege. Alles ist hier irgendwie neu.

Deichwege

Durch das Lausitzer Seenland geht es dann auf neuen Radwegen durch die ehemaligen Braunkohlelandschaften mit ihren neuen Ufern. Ab Senftenberg folgt der Schwarze-Elster-Radweg ohne größere Umwege dem Flusslauf der Schwarzen Elster Richtung Mündung. Die Schwarze Elster ist hier vorwiegend begradigt und in ein schnurgerades Bett gelegt, das wie ein großer Graben zwischen zwei Deiche gepresst ist. Anders als am Oberlauf der Schwarzen Elster, wo der Fluss mäandert und es kaum Deiche gibt, folgt hier die Route einem übersichtlichen Radweg, der überwiegend auf dem Deich oder in unmittelbarer Flussnähe durch die nahen Ortschaften entlang der Schwarzen Elster verläuft. Nach der teilweise geradezu nervös anmutenden Streckenführung im geografisch exponierten Gebiet des Lausitzer Berglands und den weitläufigen Seeumrundungen im Lausitzer Seenland entfaltet dieses letzte Drittel des Schwarze-Elster-Radwegs eine eigentümlich beruhigende Kraft.

Nach Westen

Nichts lenkt vom Wesentlichen ab: gleichmäßig in die Pedale treten, unter den Reifen knirscht der Schotter, hinter dem Rad steigt der Staub auf. Die Landschaft bietet keine spektakulären Ansichten mehr. Die Aussicht ist weit und breit und meistens eintönig. Nach Lauchhammer und dem Kraftwerk Plessa sind auch die letzten Industriedenkmäler passiert, die hier draußen etwas Abwechslung bieten können. Jetzt kommen nur noch ein paar schön restaurierte Ortskerne mit Marktplatz, Eisdiele usw. Dazwischen Felder, zwei Deiche und in der Mitte die Schwarze Elster, die nach Westen strebt. Die Richtung ist jetzt klar. Die begradigte Elster gibt sie unmissverständlich vor. Es geht auf einem schmalen Streifen parallel zur Schwarzen Elster dem Sonnuntergang entgegen, dort wo dann Fluss und Weg auf die Elbe treffen, und das Land noch tiefer wird.

Streckeninfos

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