Von Küstrin nach Kienitz – Von Bauern und Soldaten
Wer Küstrin mit seinen Geschichten und der verwaisten Oderinsel hinter sich lässt, spürt, dass er nun wirklich im Oderbruch angekommen ist. Das Land ist jetzt nordisch weit und mit einem fernen Horizont versehen.
Allein der Deich weicht trotz der vielen Schlenker niemals von der Seite der Oder. Er gehört zu ihr und hält das Wasser zurück, das sich sonst mit allem Sumpf und Moder wieder ins Hinterland ergießen würde. Kopfweidenspaliere führen vom Deich weg und begleiten Ackerwege, die wie Miniatur-Alleen aussehen. Auf den Feldern liegen lose verstreute Gehöfte und ab und zu versammelt sich eine kleine Gruppe von Häusern am Deich. Das sind meist alte Fischerdörfer, in denen heute Bauern leben.
Die bescheidene Landschaft
Das Oderbruch ist eine stille und bescheidene Landschaft. Die großen Geschichten liegen abseits und wurden meist auf der anderen Seite der Oder in der einstigen Neumark geschrieben. Dort hat der Kronprinz Friedrich bei gelegentlichem Entzug von seiner väterlicherseits angeordneten Festungshaft geistreiche Stunden auf Gut Tamsel verlebt. Später dann das Gegenteil von Muse und Aufklärung. Während des Siebenjährigen Krieges hat sich Friedrich II. bei Zorndorf auf eine der blutigsten Schlachten des Krieges mit den Russen geliefert.
Zeichen der Demut
Die Menschen im Oderbruch jenseits der Neumark aber fristeten ein einfaches Daseins als Fischer und später als Bauern und waren immer von der Oder bedroht. Wie zum Zeichen ihrer Demut und Bescheidenheit sind die Häuser entlang des Wegesrands von niedriger Bauart.
Der letzte Sturm
Mit derselben schnörkellosen Schlichtheit kündet auch gegenwärtig eine blanke Stele aus Metall von einem anderen Krieg und der Stelle, wo einst die ersten russischen Truppen über die Oder gelangten, um sich im Oderbruch für den letzten großen Sturm auf die Hauptstadt zu sammeln und damit eine entscheidende Wendemarke für den Zweiten Weltkrieg zu bringen. Hätte der Alte Preußenkönig einen solchen Krieg geführt?
Das Schreckgespenst
Es war eine Menschen- und Materialschlacht vor den Seelower Höhen. Auf dem Dorfplatz von Kienitz überfällt den Besucher noch immer das Schreckgespenst des Krieges ganz real und gegenwärtig in Form eines Panzers, der ein zurückgebliebenes Relikt sowjetischer Propaganda ist. In Kienitz ist es wieder still geworden; statt Kriegsgetöse bierselige Stimmung vorm Gasthaus am Deich.
Zur 1. Etappe
Allgemeine Streckeninfos
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Detaillierte Karten von allen Etappen des Oder-Neiße-Radwegs:

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