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Flussreport: Wasserwege im Oderbruch, 1. Teil

Vom Fischer- zum Bauernland

oderbruchAls Wasserwanderrevier hat das Oderbruch mittlerweile einen festen Platz im Jahresplan brandenburger Kanuten eingenommen, denn es bietet eine Alternative zum großräumigen Oderstrom.Das Oderbruch ist der westliche Teil eines dreifachen Bruchgebietsverbundes, der östlich der Oder ca. 100 Kilometer im Landesinneren des heutigen Polen mit dem Netzebruch seinen Anfang nimmt und mit dem Warthebruch nahtlos bis ins Oderbruch verbunden ist.

Trockenlegung

Damit ist das Oderbruch westlich der Oder ein Teil des eiszeitlichen Thorn-Eberswalder Urstromtals und das kultivierte Relikt einer weiträumig auslaufenden Flussauenlandschaft, die im Zuge der Besiedlungsmaßnahmen durch Friedrich Wilhelm II. im 18. Jahrhundert in mehreren Zyklen trockengelegt wurde, indem der Oderlauf vom westlichen Rand des Bruchs an die östliche Seite des breiten Tals verlegt wurde. Einstmals vor der Trockenlegung glich das Oderbruch mit seinem vielen Sumpf und Wasser dem Erscheinungsbild des Spreewalds und war nur auf den wenigen trockenen Erhebungen im nördlichen Oderbruch bewohnt.

Schmelztiegel der Eiszeit

Noch davor war das Oderbruch ein Schmelztiegel für mehrere große Schmelzwasserflüsse der Eiszeit – darunter auch die Weichsel – die sich hier mischten und diese Landschaft mit dem Abtauen der Eismassen formten. Der Abfluss des Flusswassers erfolgte zuerst westwärts über das Berliner Urstromtal, verlagerte sich dann aber mit dem weiteren Abtauen des Eises nach Nordwesten ähnlich dem heutigen Verlauf der Alten Oder auf das Thorn-Eberswalder Urstromtal. In der letzten Weichseleiszeit war der nördliche Teil des Oderbruchs bis Wriezen sogar der südliche Teil einer engen Meeresbucht, die mit dem Ende der Eiszeit allmählich durch kontinuierliche Sedimentation verlandete und nach Norden zurückgedrängt wurde. Die zurückgebliebenen Seen und Vertiefungen im Oderbruch sind bis auf wenige mit der Zeit verlandet und von der ehemaligen Meeresenge ist bis heute das Untere Odertal und das Stettiner Haff geblieben.

Die neue Insel

Mit der Trockenlegung wurde der Hauptlauf auf die östliche Seite der Neuenhagener Insel verlegt – erst dadurch wurde das Gebiet um Neuenhagen überhaupt zu einer Insel. Seitdem fliesst der Oderstrom zwischen Hohen- und Niederwutzen an der rechtseitigen Zehdener Niederung vorbei nach Norden ins Gebiet des sich anschließenden Nationalparks „Unteres Odertal“. Die Sedimentation ist bis heute geblieben, wodurch das Flussbett der Oder stetig an Höhe gewinnt und der Strom im Jahresmittel höher als das umliegende Land des Oderbruchs liegt und nur durch die Deiche am Durchbruch ins Hinterland gehindert wird.

Neues Land

Mit etwa 15 km Ost-West-Ausdehnung und eine Länge von 56 km messend, beginnt diese dem Wasser abgerungene Landschaft unterhalb des alten Klostersitzes Lebus. So wird der Wasserwanderer auf der Oder kurz nach Frankfurt (Oder) von einem bis direkt an den Flusslauf reichenden Massiv, der hier ostwärts auslaufenden Märkischen Schweiz, empfangen. Die weitbekannten Adonisröschenhänge passierend, die den Fluss in seiner Bahn nach Norden halten, erreicht der Oderlauf wenige Kilometer nach Lebus die ersten Deichanlagen auf linker Seite, die die steilen Hänge in ihrer Funktion ablösen.

Die Oder ein Wald- und Wiesenbach

Der westwärts zurückweichende Reitweiner Sporn gibt nun mehr und mehr den Blick auf die weiten Flächen des Oderbruchs frei. Die Oder erreicht nun seinen Unterlauf und ist jetzt von einem Tieflandcharakter geprägt, den sie bis zur ihrer Mündung nördlich von Stettin beibehält. Neben den großen Dimensionen des Oderstromes macht das Oderbruch aber auch ein Überbleibsel des alten Flussauenentwässerungssystems im Landesinneren für den Paddler interessant, das vor der Trockenlegung den Zu- und Abfluss des Wassers im fischreichen Oderbruch regelte. Der Hauptlauf des alten Wassernetzes windet sich im westlichen Oderbruch nah an den Höhen der Märkischen Schweiz und des Barnims entlang und bietet eben das gänzlich gegensätzliche Naturerlebnis zur breiten Oder. Hier findet sich das Antlitz eines beschaulichen Wald- und Wiesenbachs mit all seinen Kostbarkeiten wie Sümpfen, Auwäldern und Eisvögeln.

Wasserwege im Oderbruch, 2. Teil

Zum Gewässerexposé

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  1. […] Zum Flussreport […]

    Das Oderbruch - roadreport on September 17th, 2009 at 23:59

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