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Roadreport: Isle of Mull – Schottland

Die große Insel-Rundfahrt

Wer diese Insel betritt, begibt sich in die Einsamkeit. Einen speziellen Radweg auf Mull muss man nicht suchen. Es gibt keinen. Auf der Isle of Mull ist man so sehr unter sich, dass sich Autos und Radfahrer problemlos die Straßen teilen.Außerhalb der Fährzeiten ist Mull eine stille abgeschiedene Insel – vom Festland abgeschnitten und mit wenig Touristen. Die Isle of Mull ist vor allem bei Naturliebhabern und Tierfotografen sehr beliebt. Wer sich zwei bis drei Tage Zeit für einen Abstecher vom schottischen Festland nimmt, der kann hier ein besonderes Stück Schottland entdecken.

Links oder rechts

Grundsätzlich erreichen Fähren die Isle of Mull nur an drei Orten – Tobermory, Fishnish Bay und Craignure. Wer die Fähre nach Mull nimmt, und die Fähre in den Inselorten Craignure oder Fishning Bay verlässt, hat nun die Möglichkeit, auf der Insel links oder rechts der Küstenstraße zu folgen. Im inneren Gebiet der Insel gibt es kaum weiterführende Wege, die nicht in einer Sackgasse enden. So bietet sich eine Rundtour entlang der Küste an und man kann wählen zwischen einer kleinen Tour – ca. 75 oder 80 Kilometer – oder einer gesamten Umrundung der Insel – ca. 160 Kilometer. Die große Rundtour lässt sich beliebig als eine Acht kombinieren durch das 4 Kilometer lange Teilstück zwischen Salen und Gruline – dem schmalsten Bereich und damit sozusagen die Taille der Insel.

Zweitausend Höhenmeter

Ein Vorteil der Küstenstraßen ist es, dass es entlang der Küsten und Lochs seltener stärkere Anstiege gibt. Sobald aber eine Etappe sich etwas von der Küste entfernt, ist das auf Mull ein Garant für lange Anstiege und luftige Höhen. Aber auch einige Küstenetappen führen hoch in die Berge hinauf und bringen zusätzliche Höhenmeter auf den Zähler. Die steilsten Abschnitte finden sich entlang der zerklüfteten Westküste und bringen es mitunter auf 20 % Steigung. Insgesamt sind weit mehr als 2000 Höhenmeter bei einer kompletten Umrundung der Insel auf 160 Kilometern zu bewältigen.

Auf und Ab

Deutlich mehr als die Hälfte dieser Höhenmeter erwarten den Radfahrer auf der nördlichen Hälfte der Insel. Es ist zum großen Teil ein stetiges Auf und Ab entlang der nördlichen Atlantikküste der Insel. Daher bietet es sich für weniger Bergfahrten auch an, sich auf die kleinere Rundtour im südlichen Teil mit 80 Kilometern zu beschränken. Auf der kleineren Tour bleiben die Anstiege insofern übersichtlich, da es nur 3 größere Anstiege gibt – das sind die Passagen zwischen Salen – Gruline, Balnahard – Killinchen Bay und Aird of Kinloch – Strathcoll.

Ein Stück Schottland

Entlang der Westküste der nördlichen Hälfte der Insel gibt es eine Reihe für Schottland überraschend mediterran anmutende Küstenabschnitte mit knorrigen windschiefen Bäumen und kurvenreichen Küstenstraßen. Das Klima hingegen ist wenig mediterran. Häufig trifft ein scharfer Wind vom Atlantik her auf die zerklüftete Insellandschaft. Die wenigen größeren Ortschaften befinden sich alle auf der zum Festland gewandten Küstenseite der Insel am Sound of Mull. Die Westküste der Isle of Mulls hingegen gehört den Schafen. Größere Ortschaften gibt es dort nicht. Wer in diesen rauen Landstrich entlang der schroffen Atlantikküste vorstößt, findet dort ein beeindruckendes Stück Schottland, in dem es mehr Schafe als Menschen gibt.

Tipp: Die Küste am Loch na Keal an der Westküste mit Blick auf den Atlantik wird besonders viel von Caravans und Campern genutzt. An der Bucht von Calgery und zwischen Kellen und Killiechronan gibt es weiterhin auch zwei dauerhaft genutzte Wild-Campingplätze, wo häufig gezeltet wird. Wildcamping gehört auf Mull und überhaupt allgemein in Schottland offenbar zur täglich tolerierten Praxis.

Streckeninfos

Roadshow
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