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Roadreport: Die Limfjordroute

Der Norden Dänemarks

dänemark
Der Limfjord. Das ist Dänemarks nördlichster Norden. Nur Frederikshavn liegt noch nördlicher. Bei der Limfjord-Region handelt es sich um einen von Meeren eingeschlossenen Landzipfel im Norden von Jylland. Mittendrin liegt der Limfjord, ein zerklüftetes und verästeltes Gewässer wie ein Binnenmeer. Auf der einen Seite die Ost- auf der anderen die Nordsee. Diese Beschreibung und ein Blick auf die Karte weckt die Vorstellung einer besonders skandinavischen Region, wo ein raues Klima und Wasser glatte Felsen schufen, die sich idyllisch um ein großes Wasser lagern.

Doch eines vorweg. Wikinger ja, die gab es hier. Aber sonst ist es hier nicht ungewöhnlich und es gibt hier keine skandinavische Landschaftsshow der Superlative. Dieser Norden unterscheidet sich nicht wesentlich vom übrigen Dänemark. Dieselbe hübsche Landschaft. Dieselben Hügel. Dieselben Häuschen. Alles etwas niedlicher und glücklicher in Dänemark als woanders in Europa. Wer also bereits südlichere Gegenden von Dänemark kennt und eigentlich nicht noch einmal dorthin kommen wollte, und sich vom Limfjord „mehr Norden“ verspricht, der muss nicht noch einmal extra hierher kommen. Wer aber Dänemark liebt, wird hier auf nix verzichten müssen, was die Passion zu diesem Land ausmacht.

2500 Höhenmeter auf 600 Kilometer

Gerade auch Radwanderer mögen dieses Land aus mehreren Gründen, die das Radwandern in Dänemark so besonders machen. Einerseits ist Dänemark nicht für seine Berge bekannt. Der höchste Berg Dänemarks ist gerade einmal 170 Meter hoch. So ist auch die Strecke entlang des Limfjords ohne besonders ausgeprägtes Höhenprofil. Teilweise verläuft der Radweg auch auf alten Bahndämmen in Schotterwegen, wo die Anstiege ebenfalls nur mäßig sind. Jedoch gibt es ständig Anstiege auf den Etappen abseits der Küste, woraus sich über die Gesamtstrecke aus dem häufigen Auf und Ab mehr als 2500 Höhenmeter ergeben, die über die Distanz von 610 Kilometern eingesammelt werden.

Schotterpisten mit Meerblick

Grundsätzlich sind auch die Radwege in Dänemark sehr gut ausgebaut. Da kann es manchmal schon überraschen, von welcher Beschaffenheit die Wege hier oben am Limfjord sind. Oft verläuft die ausgewiesene Route auf Kfz-Nebenstraßen und teilweise auch entlang größerer Straßen. Soweit ist das nicht ungewöhnlich in Dänemark. Die Route führt außerdem aber oft in Wassernähe und teilweise auch direkt am Wasser entlang. Doch gerade diese wassernahen Abschnitte sind meist unbefestigt und bestehen oft nur aus Schotterpisten oder teilweise sogar nur aus einem kleinen Wiesenpfad. Mit Gepäck sind diese Abschnitte teilweise schwierig zu bewältigen. Das wirkt sich auf die Reisegeschwindigkeit aus, die auf diesen Etappen nur mäßig sein wird. In jedem Fall sollte man hier mit einem robusten Rad reisen.

Wind und Niederschlag

Ein weiterer Sachverhalt wirkt sich ebenso auf die Reisegeschwindigkeit aus – Wind. Man kennt das aus allen Regionen Dänemarks. Wie überall in Dänemark ist auch am Limfjord die Küste nah, und Küste bedeutet ständigen Wind. Das Wetter kann sich sehr unbeständig entwickeln. Entweder es ist windstill oder es bläst ein beständiger Wind, meist aus West. Dazu kommt nicht selten Niederschlag.

Küstenstreifen

Wer die Limfjordroute irgendwo im Süden beginnt – ein guter Anreise- und Startpunkt ist Viborg – für den ergibt sich folgender Ablauf der Streckencharakteristik. Im Süden des Limfjords ist das Land sehr hügelig. Die Route führt hier meist in Wassernähe und teilweise auch direkt am Wasser entlang; dies sind die teilweise unbefestigten Wege. Im Osten des Limfjords gibt es stattdessen viele Nebenstraßen und kaum Schotterwege. Und auf der Nordseite des Limfjords sind die Straßen zwar gut ausgebaut, aber es herrscht häufig Westwind. Die Bäume sind windschief. Das kann man für die Planung (Start, Endpunkt, Richtung) berücksichtigen.

Ausflug: Der Frederik Kanal entlang des Fjords bei Løgstør hatte einst die Funktion, eine fahrbare Rinne für passierende Schiffe bereitzuhalten, da der Fjord in diesem Bereich einst zu eng und für die Schifffahrt verschlossen war.

Limfjord-Route, Nationalroute 12 und Nordseeküsten-Radweg

Außerdem ist die Beschilderung teilweise uneinheitlich. Nicht immer wird die Nationalroute 12 ausgewiesen. Stattdessen werden andere Regionalrouten ausgewiesen. Wer den Limfjord entlang fährt, stößt irgendwann im Westen auch auf die Nordsee. Der Nordseeküsten-Radweg trifft bei Agger auf die Limfjord-Route.

Fahrradwege

Insgesamt ist die Route dadurch gekennzeichnet, dass es nur wenige gut ausgebaute Wegetappen abseits des Kfz-Straßennetzes gibt. Befindet sich der Weg nicht an einer Straße, verläuft er oft nur auf Schotterpisten oder ist gar so wenig befahren, dass er manchmal nur aus einem Streifen gemähter Wiese besteht. Und ist er doch einmal gut ausgebaut und asphaltiert, dann verläuft der Radweg nicht selten entlang einer größeren Straße. Das meiste jedoch sind stillere Kfz-Nebenstraßen, auf denen die offizielle Streckenführung der Limfjord-Route verläuft. Wobei jedoch zu beachten ist, dass der Begriff Limfjord-Route in Dänemark nur selten verwendet wird. Vielmehr ist die Limfjord-Route als Nationalradroute 12 ausgewiesen, die oft auch die Streckenführung anderer dänischer Radrouten tangiert.

Streckeninfos zur Limfjord-Route
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Empfohlene Literatur mit detaillierten Kartenausschnitten: Bikeline Radtourenbuch, Limfjord-Route (Bikeline Radtourenbücher)

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