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Die Ohře (Eger)

Gewässerexposé

eger ohre

Region: Nordtschechien
Charakter: Wald- und Wiesenfluss, lange Wildwasserpassagen, 2 Stauseen
Flusslänge: 316 Km
Quelle: Fichtelgebirge in Bayern/DE (752 m ü. NN)
Mündung: Bei Litoměřice (Leitmeritz) in die Elbe (136 m ü. NN)
Fließgeschwindigkeit: Im Ober- und Mittellauf zügige Strömung, viele schnellfließende Wildwasserpassagen. Im Unterlauf gemäßigt.
Pegeldynamik (Wasserstandsschwankungen): Durchschnittlich ca. 1 Meter.
Wassergüte: Fast durchgehend klar. Trübungen lagern sich in den Stauseen ab. Kaltes klares Wasser nach dem Stausee bei Žatec – dadurch ändert sich jäh der Flusscharakter und die Ohře wird zu einem Forellenfluss mit Fliegenfischern. Im Unterlauf zwischendurch wieder unrein. Wasser ab Louny brackig. Richtung Mündung wieder gute Wasserqualität.
Tourlänge: 230 Km
Frühester Einstieg: Cheb nahe der deutsch-tschechischen Grenze zu Bayern.
Feste Umtragestellen: 26 Wehre (ein Wehr mit Durchfahrt‬), 2 Staumauern.
Städte am Flusslauf: Cheb (Eger), Sokolov (Falkenau), Karlovy Vary (Karlsbad), Klášterec nad Ohří, Kadaň, Žatec, Louny, Terezín, Litoměřice
Besonderheiten: Mäandernder Flusslauf mit komplexen Strömungsmustern. Im oberen Flusslauf zwischen Kynsperk und Loket nur stellenweise Wildwasserpassagen. Viele Zahmwasserabschnitte, die auch Anfängern erlauben, sich allmählich auf den Fluss einzustellen. Im Mittellauf zwei Stauseen zwischen Kadaň und Žatec. Zwei lange Umtragungen unterhalb des Stausees vor Žatec und kurz vor der Flussmündung in Terezín (Theresienstadt) entlang der kompletten Festungsanlage links des Flusslaufs.
Einschränkungen: Die Befahrbarkeit ist sehr vom Wasserstand abhängig. Wildwasserpassagen bis WWII. Gepäckfahrten für erfahrene Kanuten möglich oder kentern ist okay (kein Gepäck oder dieses wasserdicht verpackt und fest an Bord verzurrt). Besondere Gefahren gibt es nur an Wehren und wenigen exponierten Stellen. Eine besondere Stelle befindet sich im Mittellauf am Wehr innerhalb der Stadt Kadaň, wo ein Umtragen schwierig ist. Hier kann man links in den Umfluter fahren. Dort drückt das Wasser jedoch gefährlich brodelnd an die Außenwand. Lebensgefährlich!
Vorsicht auf den breiteren Passagen wegen Windentwicklung über die Berge und Wellengang auf dem Stausee vor Žatec.
Lagerplätze: Durchgehend gut. Insbesondere im Oberlauf bis zum ersten Stausee bei Kadaň sind mehrere Zelt- und Wasserwanderrastplätze eingerichtet.
Touristik: Überwiegend saisonal. Im oberen Flussabschnitt stellt man sich auf den Tourismus ein. Viele Plätze und Biertränken. Ausbau von Wehranlagen und Ausstattung mit Bootsrutschen. Unterhalb der Stauseen ab Žatec nur noch wenig touristische Nutzung.
Schwierigkeitsgrad: Mittel
Empfohlene Reisezeit: Sommer bis Herbst.
Empfehlung: Der abwechslungsreichste und spannendste Abschnitt ist zwischen Loket und Straż nad Ôhre. Auf diesem knapp 80 Kilometer langen Abschnitt gibt es häufige Wechsel zwischen Zahmwasser und Wildwasser bis WW II. Als gemütliche Zeit kann man für diesen Abschnitt eine 4-Tagestour ansetzen. Geübte Paddler können für diese Passage zwei Tage planen.
Idealerweise werden zwischen Cheb und Klasterec nad Ôhre viele größere Orte am Fluss auch mehrmals täglich von Zügen angefahren. So kann das Boot spätestens in Klasterec nad Ôhre liegen gelassen werden (vorzugsweise auf einem der Wasserwanderrastplätze, ggf. anschließen) und zurück nach Cheb oder einem der anderen Orte an der Ôhre fahren, wo das Auto steht. Für Weitpaddler, die es bis an die Elbe schaffen, gibt es sogar eine Zugverbindung zwischen Usti nad Łabem und Cheb, die jedoch nur wenige Male am Tag verkehrt. (Tipp: Kralôvskjê Pôriči unterhalb von Sokolov hat auch eine direkte Zugverbindung. Der Zug hält hier fast neben einem Naturlagerplatz direkt an der Eger.)
Ergänzung: Tschechien hat übrigens eines der ausgebautesten Eisenbahnnetze der Welt, und das sollte man nutzen, zumal Eisenbahn fahren in Tschechien im Vergleich zu Deutschland sehr günstig ist.
Weiterfahrt auf der Elbe stromabwärts möglich. Noch zwei Schleusenanlagen/Wehre am Flusslauf der Elbe – In Ústí nad Labem (Aussig) letzte Schleuse/Wehr. Schleusen durch Schifffahrt in regelmäßigem Betrieb. Schleusen auch für Kajaks kein Problem, wenn man bis zum nächsten Dickschiff warten kann. Umtragen ist dort an den Stauanlagen in der Regel auch sehr aufwändig.
Stand: Sommer 2017

Mehr über den Fluss im Flussreport

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