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Roadreport: Der Frosch-Radweg, 2. Teil

Schwacher Frosch-Faktor

Der Frosch-Radweg hat viele Gesichter. Er setzt sich aus sehr unterschiedlichen Wegen zusammen und manchmal kann man sich nicht sicher sein, ob man sich überhaupt noch auf einem Radweg befindet.So lässt sich der Frosch-Radweg in drei Teilstücke aufgliedern: Die nördliche Strecke zwischen Hoyerswerda und Bad Muskau, die Oder-Neiße-Radweg-Etappe zwischen Bad Muskau und Rothenburg und die südliche Teilstrecke zwischen Rothenburg und Hoyerswerda.

Kaum Radwege

Neben der Oder-Neiße-Radweg-Etappe unterscheiden sich auch die nördliche und die südliche Halbrundfahrt wesentlich voneinander. Gerade die rückständige Wegequalität wird auf der Südstrecke durch die Oberlausitz offenkundig. Auch sonst fällt auf, dass es auf Oberlausitzer Terrain neben diesen Waldwegen kaum Radwege gibt, die auch als solche konzipiert sind. Der Frosch-Radweg verläuft hier großenteils auf öffentlichen KFZ-Nebenstrecken – eigenständige Radwege gibt es hier kaum. Da hat der Frosch-Radweg auf der Nordstrecke sicher den besseren Ausbau erfahren, was sicherlich auch daran liegt, dass er dort noch das gut ausgebaute Lausitzer Tagebaugebiet berührt, wo in den letzten Jahren ein hervorragendes Radwegenetz geschaffen wurde.

Höhepunkte

Aber auch der Streckencharakter an und für sich ist zwischen Nord- und Süd-Halbrunde essenziell unterschiedlich. Während man für das Thema Lausitzer Teiche- und Heidelandschaft als Nichtkundiger eine zurückhaltende, überwiegend flache Landschaftsarchitektur erwartet, bekommt man gerade im Süden zwischen Niesky und Hoyerswerda – Groß Radisch ist der Höhepunkt – besondere Herausforderungen geboten. Hier müssen Steigungen von insgesamt mehr als 400 Höhenmetern bewältigt werden, was bei Gepäckfahrten schon etwas Übung erfordert. Paradoxerweise entfaltet der Frosch-Radweg aber gerade in seiner südlichen aber bergigeren Halbrunde angesichts der vielen Teiche seinen besonderen, froschigen Charakter. Im Norden bei den Tagebauen überwiegt hingegen noch deutlich der Eindruck von froschleerem Wald und weitläufigen Tagebau-Seen.

Fazit: Für einen als Rundweg angelegten Frosch-Radweg fällt der Frosch-Faktor auf vielen Etappen etwas zu schwach aus. Zweifellos geht es bei jeder Etappe durch grandios schöne Landschaften. Doch in der Nordhälfte des Rundwegs dominieren die Tagebauen und Seen, und auf dem Teilstück des Oder-Neiße-Radwegs ist es die Flussniederung der Neiße, die einen ganz anderen Charakter einbringt. Die richtig froschigen Teichgebiete gibt es zwar vereinzelt auch zwischen Hoyerswerda und Bad Muskau, doch entfalten sie sich erst zu ganzer Pracht im echten Oberlausitzer Teichgebiet.

Ein sorbischer Radweg

Der Titel Frosch-Radweg ist deshalb leicht irreführend. Wenn man stattdessen in irgendeiner Form von einem Rundradweg durch sorbische Kulturlandschaft spräche, dann wäre das weitaus passender, denn ein sorbischer Radweg ist der Frosch-Radweg zweifellos auf ganzer Strecke.

Der Frosch-Radweg, 1. Teil

Streckeninfos
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Empfohlene Literatur mit detaillierten Kartenausschnitten:

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