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45. Logbucheintrag: Schlesische Abenteuer

Wehrwölfe auf dem Bober

Tag 8: Tag auf der Oder

Ein letztes Highlight ist die linksseitige Mündung der Schlaube. Sie kündigt sich mit einem flachen Gelände an, das Mönche im 17. Jahrhundert eingedeicht und fruchtbar gemacht hatten.Nördlich davon ragen plötzlich die schroffen Hänge einer Endmoräne empor, die sich ins Abendlicht drängt und einen Schatten auf den Fluss wirft.

Verbindungen zwischen Ost und West

Das Land wird hügelig und wir kommen Frankfurt (Oder) nahe. Die Stadt gibt sich durch eine gewaltige über den Fluss ragende Autobahnbrücke zu erkennen, die an dieser Stelle Berlin und das übrige Westeuropa mit dem Osten verbindet. Kurz darauf spannt sich, wie zum Triumph über die heutige Zeit, die alte Eisenbahnbrücke von Frankfurt in grazilen Bögen über die Oder. Sie ist zweifellos die Schönere von beiden. Aber im Vergleich bleibt die Frage, ob die damaligen Ingenieure mit den Stahlträgern oder die heutigen mit dem Stahlbeton Größeres zu leisten wussten. Es scheint ein Unentschieden zwischen Ästhetik und Größe zu sein.

Entscheidung zwischen Oder und Insel

Für uns jedoch reicht es heute für eine Entscheidung, und damit verbunden auch zu einem neuen Rekord. Nachdem wir am Ziegenwerder, der alten Badeinsel von Frankfurt (Oder), vorbei sind, legen wir im Nebenarm zwischen Oder und Insel in der Nähe der Viadrina-Universität an. Das Schifffahrtsamt bestätigt es – Wir haben seit heute Morgen ab der Bobermündung 80 Kilometerschilder hinter uns gelassen. Das ist zum Schluss der Rekord, der alle vorherigen Etappen der letzten Sommer in den Schatten stellt.

Mücken in Frankfurt (Oder)

Wir steigen die Treppen zur Uferpromenade hinauf und auf den letzten Stufen lassen wir uns fallen und essen von den frischgepflückten Pfirsichen, die uns Manfred mitgebracht hat. Er hat uns bereits erwartet, und nachdem wir uns von den Mücken, die in Frankfurt/Oder wieder zur harmloseren kleinen Sorte gehören, etwas anstacheln ließen, verladen wir unser gesamtes Repertoire ins Auto. Und als die Angler schon wieder die Ufer am abendlichen Fluss besetzen, fahren wir nordwärts aus der Stadt hinaus.

Einträge im Tagebuch

Am selben Abend noch sichere ich die Fotoaufnahmen der letzten Woche. Zum Allerwichtigsten aber ist mir das kleine Tagebuch geworden, in welchem ich unterwegs die zurückliegende Zeit in episodischen Eindrücken festgehalten habe. Wenn ich Jahre später einmal in einer stillen Stunde darin lesen sollte und zu träumen beginne, dann hoffe ich, dass es mir zeigen kann, wie es damals war… auf dem wilden bissigen Bober.

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