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22. Logbucheintrag: Schlesische Abenteuer

Wehrwölfe auf dem Bober

Tag 4: Von Zigeunern und Mädchen

Endlich Land unter den Füßen. Jetzt muss alles möglichst zügig gehen.Die Arbeitsteilung ist schnell klar. Während Mark sich auf Holzsuche begibt, bauen René und ich im letzten Dämmerlicht das Lager auf. Dafür wählen wir eine Anhöhe direkt neben dem Fluss.

Suche im Dunkeln

Als René mit dem ersten herumliegenden Holz ein Feuer entfacht, stolpere ich Mark hinterher und helfe ihm beim Holzsuchen. Das entpuppt sich trotz eines nahen Waldes als nicht ganz einfach, denn das umliegende Terrain ist eigenartig aufgeräumt und in der Dunkelheit können wir darüber hinaus nicht mehr viel sehen.
Nachdem der Holzhaufen eine leidliche Größe erreicht hat, finden wir uns am Feuer bei René ein, der das Abendessen vorbereitet. Erst jetzt finden wir Zeit, um uns richtig umzuschauen.

Hunde von drüben

Etwas entfernt am gegenüberliegenden Ufer stehen einige Häuser, die wir wegen ihres matten Lichtscheins erst jetzt wahrnehmen. Die Hunde von dort drüben haben uns jedoch längst bemerkt und bellen noch eine ganze Weile. Als es auf der anderen Uferseite still wird, hören wir deutlich die Geräusche einer vielbefahrenen Straße in der Nähe. Wir entdecken sie circa zweihundert Meter von unserem Lager entfernt. Sie muss groß sein, denn es rollen viele LKWs vorbei. Das Licht der Scheinwerfer ist nur am rechten Rand der Wiese zu sehen. Das Übrige schirmt das nahe Waldstück zwischen Wiese und Asphalt ab.

LKW im Feuerschein

Trotz dieser kleineren Makel ist der Platz beinahe perfekt für diesen Abend. Wir grillen über einem illustren Lagerfeuer und sind mit unserem Schicksal zufrieden. Hinter uns dröhnt das Geräusch der LKW über die Wiese und vor uns liegt der Fluss im glitzernden Feuerschein. Diesen Kontrast lassen wir uns gerne gefallen, haben wir heute doch die zweite größere Stadt auf unserer Strecke passiert. Damit sind, wie wir meinen, die kritischsten Passagen überstanden.

Insel im Nebelmeer

Nach dem Essen gibt es eine weitere Ration Weingummis. Derart vollgestopft fühlen wir uns erschöpft und müde. Das Brummen der Straße wird nach und nach weniger und tritt bald nur noch in kurzen Intervallen auf. Zwischen den Pausen herrscht Stille über dem Land. Nebel im Mondlicht zieht an unser kleines Lager heran. Er steigt aus der tiefer gelegenen Wiese auf, von der unser kleines Lager umgeben ist und nun wie eine Insel im Nebelmeer aussieht.

Mädchenträume

Die Luft wird klamm und die restliche Glut kann die Feuchtigkeit nicht mehr von uns fernhalten. Wir verziehen uns bald ins Zelt, und auch ich ziehe heute das mückenfreie Etablissement dem Schlaf unter freiem Himmel vor. In dieser Nacht möchte ich unbedingt durchschlafen, denn ich fühle an diesem Abend die letzte kurze Nacht und einen langen Tag in meinen Knochen. Alles verspricht einen tiefen, festen Schlaf, und der ein oder andere von uns wird in dieser Nacht wohl von Saganer Mädchen träumen.

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