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21. Logbucheintrag: Schlesische Abenteuer

Wehrwölfe auf dem Bober

Tag 4: Von Zigeunern und Mädchen

Insgesamt erleben wir also einen angenehmen Waldspaziergang. Große Buchen schützen uns vor der Sonne und hüllen uns in Dämmerlicht. Ab und zu erhaschen wir zwischen dem Laubdickicht einen Blick auf Wallensteins Schloss am gegenüberliegenden Ufer.Zuletzt führt der Weg auf einem steilen Pfad direkt neben dem Wehr zu einer Sandbank hinunter. Die Sonne steht schon tief.

Malerisch

Ein Blick stromabwärts offenbart das heile Bild eines zwischen malerischen Sandbänken hin und her geschwungenen Flusses, der dem gleißend-roten Schein der Abendsonne entgegenmäandert. Davor schreitet ein Angler am Rande der Sandbank entlang und lässt die Sehne übers Wasser schweben. Der Fluss ist hier unten wieder flach und wild, obwohl ein großer Teil des Wassers oberhalb des Wehrs durch das alte Industriegebiet der Stadt geleitet wird.

Wechselspiel

Das Wasser eilt mit Schaumkronen vom Wehr weg. Wieder steigt und fällt der Wasserspiegel schnell aufeinander; ein Wechselspiel, dass wir nun schon kennen und deshalb unsere Boote weit genug weg vom Wasser ablegen, um noch einmal kurz im Sprudelwasser zu baden und uns den Schweiß des letzten Waldspaziergangs abzuspülen. Dabei entdecken wir abermals die „Blauen Steine“ neben vielen rundgewaschenen Ziegeln im Sand. Beides scheint immer in auffälliger Weise gemeinsam aufzutreten.

Abendstunde in Zagan

Die Sonne senkt sich nun schon hinter die Baumwipfel. Es ist an der Zeit, aufzubrechen. Wir schieben die Boote in die Strömung und treiben schnell der Abendsonne entgegen. Von der Stadt ist kaum noch etwas zu sehen. Wir wähnen uns bereits wieder in wilder Umgebung, doch dann bemerken wir die vielen Menschen, die überall gut getarnt an den Ufern sitzen und uns still hinterher schauen. In Zagan ist jetzt die Stunde der Angler.

Super-Shopping

Bald kommt auch der Stadtlärm wieder näher und wir erreichen eine belebte Stadtbrücke, die offensichtlich zwei Stadtteile miteinander verbindet. Auf beiden Seiten des Flusses stehen alte und neue Gebäude. Ein Gebäude, das den neuzeitlichen Anspruch an einen schnöden Funktionsbau ganz und gar erfüllt, erregt unser Interesse. Es ist ein Supermarkt und wir können direkt daneben anlegen. Allerdings gibt es keinen Hafen und wir haben Mühe, die Boote in der starken Strömung am Ufer zu halten, während Mark Brötchen und Milch holt.

Dämmerstunde

Schon bricht die Dämmerung herein und ich werde ungeduldig und beginne zu drängeln. Einen Laden mit langen Öffnungszeiten kann man in Polen immer finden, aber ob das auch für Lagerplätze in Stadtnähe zutrifft, bin ich mir nicht sicher. Als Mark endlich mit einem dicken Einkaufsbeutel zurückkommt, verlassen wir eilig die Stadt. Es dunkelt bereits, so dass wir bald anlegen müssen. Hinter einer kleinen Flussbiegung, kaum außerhalb der Stadt, finden wir am linken Ufer eine Art Badestelle. Der kleine Flecken Strand ist einladend genug, und so zögern wir nicht und zerren unsere Boote auf eine wildbewachsene Wiese.

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