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8. Logbucheintrag: Schlesische Abenteuer

Wehrwölfe auf dem Bober

Tag 2: Die Bober-Taufe

Mark und René haben heute schon gebadet. Da will ich es mir nicht schuldig bleiben und hole dies jetzt nach. Bei diesem Wetter bin ich heute der Einzige, der das freiwillig tut.Der Wind beißt mir in den nackten Hintern, doch das kalte Wasser erzeugt nur kurz ein unangenehmes Gefühl auf der Haut, das sich beim Auftauchen in ein belebendes Prickeln verwandelt.

Sand zwischen den Zehen

Wer das kennt, nach dem Bad halb abgetrocknet am Ufer zu stehen, den restlichen Sand zwischen den Zehen hervorpulend, um die Schuhe wieder anzuziehen, der kennt diese behagliche Frische, wie sie mich in diesem Augenblick umgibt. Dementsprechend gutgelaunt kann es für mich an diesem Abend auch kein Drama mehr sein, dass ein Stöpsel von meiner Luftmatratze fehlt. Heute Nacht würde ich eben öfter zwischendurch nachpusten müssen, weil mein selbstgeschnitzter Ersatzstumpen aus Weideholz keinen sonderlich zuverlässigen Eindruck macht. Wesentlich mehr wiegt die Tatsache, dass der Abendwind unsere Schlafsäcke trocknete, die wir noch bis in die Dunkelheit hinein auf unserer improvisierten Wäscheleine flattern lassen.

Gemütliches Erdloch

Nachdem für unsere Schlafstatt alles zum Besten vorbereitet ist, schauen wir uns nach dem passenden Flecken für das allabendliche Lagerfeuer um. Wegen der Wetterlage wählen wir eine Art Schützengraben, eine Vertiefung unweit unseres Zeltes, in der sich bald die wohlige Wärme eines Feuers ausbreitet, während der Wind über unsere Köpfe hinwegpfeift. Bald ist die Erdkuhle von einem unwiderstehlich-würzigen Duft von scharf Gegrilltem erfüllt.

Dunkle Nacht

Um uns herum ist eine dunkle Nacht heraufgezogen. Wir sitzen satt und träge auf unseren Hockern und resümierten zum Abschluss noch den ersten Tag auf dem Wasser: Es hätte heute vieles schlimmer kommen können. Dementsprechend freuen wir uns darüber, dass wir nun alle drei wohlbehalten in einem gemütlichen Loch auf einem öden Militärübungsplatz hocken, mit dem wärmenden Schein eines ansehnlichen Lagerfeuers in unserer Mitte. Diesen ersten Tag haben wir glücklich herumgebracht und sind dabei sogar ein Stück weit vorangekommen. Was morgen kommen wird, beschäftigt uns an diesem Abend wenig, und ich lege die Karte bald beiseite. Was den heutigen Havarie-Zwischenfall betrifft, so analysieren wir das Geschehene eingehend und einigen uns zuletzt darauf, dass Unaufmerksamkeit der Grund dafür gewesen sein muss.

Geisterschatten

Die Glut wärmt und über uns strahlt das helle Mondlicht die nachtblauen Wolkenfetzen an, die vom Nachtwind getrieben, dahinfliegen und ihre Schatten wie Geister über das Land schicken. Wir fühlen uns schwer und Müdigkeit treibt uns bald ins Zelt. Wir überlassen dem Mond das Feld.

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